Du sollst nicht stehlen -
und Dich nicht bestehlen lassen

Am 26.07.2020 fand in der Gemeinde Verden der vierte Präsenzgottesdienst nach der coronabedingten Zwangspause statt. Wenn die umfangreichen Regelungen des Schutz- und Hygienekonzeptes beim Lesen auch Unbehagen auslösen mögen, so ist bei der Umsetzung der Maßnahmen bereits eine gewisse Routine eingetreten.

Das Desinfizieren der Hände, der besondere Ordnungsdienst, sowie das großzügige Lüften der Räume und die Kennzeichnung der Sitzflächen, sind nicht wirklich störend; und an das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes hat man sich bereits aus anderen Alltagssituationen gewöhnt.

Der vom Bezirksevangelist Sosnitzki geleitete Gottesdienst befasste sich mit dem Gebot „Du sollst nicht stehlen“. Hierbei geht es nicht nur um den klassischen Diebstahl von materiellen Eigentum oder um den Betrug beim Zahlen von Steuerschulden, sondern auch um das Stehlen von Zeit und Lebensfreude. Bevor man jemanden etwas erzählen möchte, sollte man den Dreifachfiltertest des Sokrates (siehe auch Foto im Anhang) anwenden. Das bedeutet, wenn das, was man erzählen möchte, nicht zweifelsfrei der Wahrheit entspricht und wenn es weder gut noch nützlich ist, dann sollte man niemanden damit behelligen, denn das wäre Stehlen von Zeit und Lebensfreude.

Der Gottesdienst fand mit Feier des Heiligen Abendmahles statt und wurde musikalisch von 4 Instrumentalisten mitgestaltet.

Ein Kirchenmitglied, welches zum ersten Mal unter neuen Bedingungen an einen Präsenzgottesdienst teilgenommen hatte, äußerte sich nach dem Gottesdienst: „Ich war bisher unsicher, ob ich wieder in die Kirche kommen soll, denn die Online-Gottesdienste zu Hause in sicherer Umgebung zu erleben, ist auch immer sehr wohltuend. Aber ein Präsenzgottesdienst mit Feier des Heiligen Abendmahles ist dann nach so langer Pause was ganz Besonderes. Auf jeden Fall lasse ich mir meine Freude nicht rauben. Ich freue mich über den Reichtum, dass wir beides haben können, die Präsenzgottesdienste und die Videogottesdienste. Beides sehr schön! Mal seh’n wie ich mich nächste Woche entscheiden werde.“