Kleine Technik - Große Freude

Aufgrund des überraschenden Besuches des Bischofs Beutz am 25.10.2020 in der Gemeinde Verden, beschlossen die Verantwortlichen kurzfristig, einen ersten Videogottesdienst aus der Kirche in Verden zu senden.

Ursprünglich war geplant, ab November 2020 die Gemeindemitglieder, die nicht in die Präsenzgottesdienste kommen, über einen Livestream an den Gottesdiensten in Verden teilhaben zu lassen.
Ein Notenständer, ein Mobiltelefon, eine Powerbank und eine Verbindung zu Youtube, standen jedoch schon bereit und so konnte diese schlichte Technik bereits einen Sonntag früher zum Einsatz kommen. 

Der dafür erforderliche Link wurde kurz vor Gottesdienstbeginn an die Glaubensgeschwister verteilt. Dies geschah hauptsächlich über die NAK-Infogruppe auf WhatsApp, die inzwischen ca. 50 Gruppenmitglieder zählt. Auf diesem Weg wurden auch mittels Foto, die vorgesehen Lieder, die zu Hause mitgesungen werden konnten, bekanntgegeben. 

Dem Gottesdienst lag folgendes Textwort aus Lukas 10 Vers 20 zu Grunde: "Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind." Diese Worte brachte einst Jesus seinen Jüngern entgegen. Es sollte ihnen als Trost dienen, wenn die Menschen die Botschaft des Evangeliums nicht freudig annehmen würden. 

Bischof Beutz erläuterte, dass auch wir heutzutage nicht enttäuscht sein sollten, wenn wir von unserem Glauben abgeben möchten und die Zuhörenden wenig Akzeptanz zeigen. Jeder ginge gemäß seines eigenen Charakters und seiner Erziehung mit den unterschiedlichen Lebensumständen und Geisteseinflüssen differenziert um. Darüber solle man sich kein Urteil erlauben. Vielmehr sollten die Menschen bemüht sein, bei Konflikten lösungsorientiert zu handeln und mit Liebe zu reagieren.
Es muss nicht sein, dass wir anderen Christen unseren Glauben aufzwingen. Vielmehr gilt es im Sinne der Ökumene, die Gemeinsamkeiten der vielfältigen christlichen Glaubensgemeinschaften zu betrachten und zusammenzuwachsen und gemeinsam das Evangelium Jesu Christi zu verkünden. Hierbei solle man nicht ängstlich sein, sondern man könne auf Gottes Beistand vertrauen.
Priester Wieters gab in seinem Predigtbeitrag den Hinweis, dass es hilfreich sei, dem Nächsten einfach zuzuhören und beizustehen, auch wenn er unserer Meinung nach selbst für sein Leid verantwortlich sei.

Der Gottesdienst wurde mit ansprechender Klavier- und Orgelmusik umrahmt, so dass eine schöne Atmosphäre entstehen konnte, auch wenn aufgrund der Coronasituation weiterhin auf Gesang im Kirchengebäude verzichtet werden musste.

Der einfache Technikeinsatz hatte zwar keine Studioqualität, jedoch löste er unbändige Freude in der Gemeinde aus, weil man sich mit der Gemeinschaft vor Ort und zu Hause verbunden fühlte. Dies wurde in der WhatsApp-Gruppe und auf anderem Wege vielfach zum Ausdruck gebracht. In der Kirche vor Ort waren 20 Personen anwesend und über 30 mal wurde der Anschluss über Youtube gewählt, von denen, die alleine oder nicht selten auch zu Zweit oder Dritt im häuslichen Bereich den Gottesdienst miterleben wollten. Auch der Vorsteher der Gemeinde - der aktuell beruflich in Italien weilt - konnte so am Gottesdienst teilnehmen.

Ein "Herzliches Dankeschön" gilt unserem Bischof für seinen Überraschungsbesuch und den Technikern für den spontanen Einsatz!